Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08/2018 - 29.03.2018

Arbeitslosigkeitsrisiko für Geringqualifizierte besonders hoch

Immer weniger Langzeitarbeitslose finden in Lüneburg eine Arbeit

Immer weniger Langzeitarbeitslose finden in Lüneburg einen neuen Arbeitsplatz, obwohl sich der Arbeitsmarkt in der Region weiterhin günstig entwickelt. In den letzten zwölf Monaten konnten nur noch 346 Personen eine neue Arbeit aufnehmen und so ihre Langzeitarbeitslosigkeit beenden. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es noch 367 Personen. Die Zahl der Arbeitsaufnahmen ging somit noch einmal um 5,7 Prozent zurück. Auf diese Entwicklung hat die DGB-Region Nord-Ost-Niedersachsen nach einer Auswertung von regionalen Daten der Bundesagentur für Arbeit hingewiesen.

„Die gute Lage am Arbeitsmarkt in Lüneburg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spaltungen am Arbeitsmarkt noch tiefer geworden sind. Die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf einen Arbeitsplatz sind nochmals schlechter geworden“, erläutert Matthias Richter-Steinke, Regionsgeschäftsführer von der DGB-Region Nord-Ost-Niedersachsen. „Der Markt wird es nicht richten und das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Notwendig ist ein beherztes Aktionsprogramm des Bundes, das Langzeitarbeitslosen auch hier in Lüneburg neue Perspektiven eröffnet“, forderte Richter-Steinke, und weiter: „Jetzt kommt es darauf an, dass die neue Bundesregierung die versprochenen Hilfen für Langzeitarbeitslose zügig und vor allem in guter Qualität einführt.“

Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr und länger arbeitslos ist. In Lüneburg sind aktuell 1.593 Personen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter als Langzeitarbeitslose registriert.

Die DGB-Region Nord-Ost-Niedersachsen kritisiert vor allem, dass Arbeitslose, die Hartz-IV-Leistungen erhalten, bisher nur sehr unzureichend gefördert würden. Das Hartz IV System ist nach wie vor völlig unterfinanziert, weil immer mehr Mittel für die Verwaltungskosten aufgewendet werden müssen. Von 100 Arbeitslosen im Hartz-IV-System erhalte im Bundes- wie im Landesdurchschnitt nur einer eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss führe. In der Arbeitslosenversicherung sei der Anteil der Personen in solchen Bildungsmaßnahmen drei bis vier Mal höher. „Wir müssen dieses Zwei-Klassensystem in der Arbeitsförderung endlich überwinden. Bildungsmaßnahmen müssen ausgebaut werden, damit Abschlüsse nachgeholt werden können und neue Perspektiven eröffnet werden“, forderte Richter-Steinke weiter.

Der DGB begrüßt, dass die neue Bundesregierung zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in einem so genannten „Sozialen Arbeitsmarkt“ schaffen und dafür vier Milliarden Euro bereitstellen will. Entscheidend sei jedoch die Umsetzung. Anders als bei den „1-Euro-Jobs“ dürfe es nicht um drittklassige Arbeitsverhältnisse gehen sondern um Gute Arbeit. „Vormals Arbeitslose erleben soziale Teilhabe dann, wenn sie etwas Sinnvolles tun, einen ordentlichen Arbeitsvertrag haben und einen Lohn bekommen, der sie unabhängig von Hartz IV macht“, erläutere Richter-Steinke.


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Presserechtlich verantwortlich

Dr. Matthias Richter-Steinke, Regionsgeschäftsführer

DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen

Heiligengeiststraße 28 21335 Lüneburg


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