Deutscher Gewerkschaftsbund

09.04.2018

Expertin empfiehlt "Rassistische Erziehung ernst nehmen"

„Neonazistische Erziehung“ - Kinder in Rechtsextremen Familien

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Referentin Lisa Hempel zwischen Charly Braun und dem ehem. SPD-Landtagsabgeordneten Michael Höntsch Geschichtswerkstatt

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Immer mehr Vorfälle und Anfragen zum Umgang mit rechtsextremen Eltern und deren Kindern ereignen sich in den letzten 2 Jahren. Insbesondere im nationalistischen, völkisch-rechtsextremen Milieu wird der familiäre Nachwuchs politisch instrumentalisiert. Dies stellt Jugendämter, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Kitas und ganze Dorfgemeinschaften vor große Herausforderungen.

Viele ErzieherInnen waren unter den Besuchern des Vortrags von Lisa Hempel über "Neonazistische Erziehung - Kinder in rechtsextremen Familien". Auf Einladung des "Bündnis gegen Ludendorffer" stellte die Leiterin der bundesweiten Fachstelle "Rechtsextremismus und Familie" anhand von Dokumenten dar, wie völkische und nationale Erziehungsziele des Hitler-Faschimus bis heute praktiziert werden. Germanisches Elitebewußtsein, soldatische Erziehung für Jungen und für Mädchen Vorbereitung auf die Mutterrolle wurden mittels Lehrbüchern aus der Nazizeit bis in die 1960er Jahre an Hauswirtschaftslehrerinnen vermittelt. Empfohlen wurde bei schreienden Kleinkindern: "Mutter werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett heraus zu nehmen."  Beim Stillen solle intesiver Blickkontakt vermieden werden. Das findet seine Fortsetzung bei Kindern und Jugendlichen in der Erziehung zur Härte und paart sich mit antisemitischen und rassistischem Elitebewußtsein. Zahlreiche Organisationen für Frauen, Jugendliche und scheinbar religiös-esoterische wie die Ludendorffer machen es heute noch wie ihre Vorbilder. 

Dass Kinder aus Nazi-Elternhäusern nicht mit Migranten-Kindern spielen dürfen und selbst 5-jährige jeden Kontakt zu solchen angeblich "Fremdrassigen" ablehnen, bestätigten Erzieherinnen aus eigenem Erleben. Lisa Hempel schilderte, dass solche Kinder in Loyalitätskonflikte und eine Außenseiterrolle geraten, da sie ständig in Berührung mit der Außenwelt sind. Inzwischen ist es in rassistischen Szenen verbreitet, dass sich vor allem Frauen als Elternvertreterinnen engagieren und versuchen als Erzieherinnen und Lehrerinnen zu arbeiten. Wie ein Beispiel aus Lüneburg zeigt, ist es schwierig, sie dann wieder los zu werden. Da staatliches Eingreifen nur begrenzte Möglichkeiten hat, empfahl Lisa Hempel zivilgesellschaftliches Engagement. Auf jeden Fall seien Vorfälle wie aus Kitas geschildert, ernst zu nehmen und mit pädagogisch abgesprochenen Mitteln zu begegnen.

 

Wer sind eigentlich die Ludendorffer?

Mathilde Ludendorff - selbsternannte Philosophin und Religionsstifterin und Frau des Hitler-Putsch-Gefährten von 1923, General Erich Ludendorff, teilt in ihrer Lehre die Menschen in "Licht- und Schachtrassen" ein. Die nordischen "Lichtrassen" seien "dem Göttlichen nahe", die "Schachtrassen" "unvollkommen und sündhaft". Die einen seien von Natur aus zum Herrschen, die anderen zum Dienen geschaffen. "Blutsmischung" führe zum "Volkstod". Deutsche Kinder würden durch eine "verjudete christliche Erziehung" geschädigt.

 

 


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