Deutscher Gewerkschaftsbund

12.09.2018
Gewerkschaftsjugend unterstützt Chemnitz

#wirsindmehr #Chemnitz

#wirsindmehr #Chemnitz. Zu dritt sind wir als Gewerkschaftsjugend spontan von Lüneburg aus nach Chemnitz gefahren, um unsere Solidarität in die Tat umzusetzten. Wir standen mit den Leuten der Mitgliedsgewerkschaften im📌Block. Die Jungs von #Kraftklub haben innerhalb einer Wochen alles organisiert!👌 #Feinesahnefischfilet #KIZ #Nura #Materia #Casper #Totenhosen und alle weiteren Künstler_innen haben nicht nur mega gespielt. Sie haben ein deutliches Zeichen gegen Hass und rechte Hetze gesetz! Das war gerade von den lokaen Künstler_innen wie #Kraftklub #Trettmann ein wundervolles Zeugnis einer bunten und vielfältigen Stadt!! Chemnitz

Aufstehen gegen rechte Hetze – Solidarität statt Rassismus

Wir sind überwältigt. Als wir vor wenigen Tagen die Idee hatten, gegen die rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz ein spontanes Konzert mit klarer Positionierung auf die Beine zu stellen, haben wir mit vielem gerechnet aber nicht mit dem, was heute los war.

#wirsindmehr war als Zeichen in diesen Zeiten gedacht, in denen die Hoffnung oft genug schwindet und man fast verzweifelt angesichts der Informationen und Bilder, die aus diversen Städten – nicht nur aus Chemnitz - kommen.

WIR WAREN EINFACH MAL 65.000 LEUTE!

Wir sind immer noch fassungslos angesichts der vielen Leute, die heute mit aufgestanden sind gegen rechte Hetze und für Solidarität statt Rassismus. Danke an euch alle für die Schweigeminute für Daniel H. und dass ihr Opfern rechter Gewalt gedacht hat.

Danke an das Bündnis Chemnitz Nazifrei – nicht nur für den starken Redebeitrag heute, sondern vor allem für euer alltägliches Durchhalten ebenso wie die vielen coolen Projekte, die heute teils mit Infoständen vertreten waren. Danke auch an all die Leute aus anderen Städten, die in den letzten Tagen in Chemnitz oder anderswo die Proteste gegen Nazis unterstützt haben. An die, die sich tagtäglich dem Rechtsruck entgegenstellen.

Es ist einfach krass, wieviele Leute die Veranstaltung heute unterstützt haben. Von Bands, die schnell bereit waren mit einzusteigen. Über Kulturschaffende, die ihre Zeit und Kraft investiert haben. Bis hin zu Leuten aus antifaschistischen Projekten, die für jede Kleinigkeit ansprechbar waren. Danke an euch alle, egal woher ihr kommt: aus Chemnitz, aus Sachsen, aus anderen Städten und Bundesländern. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft. Die seit Jahren stattfindende rassistische Stimmungsmache, die aus der Politik unter anderem durch Asylrechtsverschärfungen auch noch Unterstützung erhält, mündet schon lange in Übergriffen auf Menschen, die nicht in das Weltbild von Rassisten passen. Anstelle sich diesem Rassismus entgegenzustellen und klar Position zu beziehen, wurden die sogenannten „besorgten Bürger“ ernst genommen, ihre Forderungen gar in politische Handlungen umgesetzt. Die Konsequenzen sind tausende Tote im Mittelmeer, gefolterte und gepeinigte Menschen in Lagern außerhalb Europas. Viele derjenigen, die sich diesem Rechtsruck entgegenstellen, werden - gerade in Sachsen – seit Jahren diffamiert, diskreditiert oder gar kriminalisiert. Wir können dieses Agieren aus weiten Teilen der Politik auf Landes- und Bundesebene nur noch als Verantwortungslosigkeit der Verantwortungsträger bezeichnen. Eines müssen wir noch loswerden: in den letzten Tagen wurde von Neonazis und Rassisten, aber auch aus vermeintlich gemäßigteren parteipolitischen Kreisen, Stimmung gemacht gegen unsere Veranstaltung. Wurden einzelne Liedzeilen rausgekramt und genutzt, um uns und unser Anliegen „Aufstehen gegen rechte Hetze – Solidarität statt Rassismus“ zu diskreditieren. In Zeiten, in denen Haltung gefragt ist, macht ihr deutlich wo ihr steht und was eure Priorität ist.

Und zuletzt: klar reicht das Konzert heute nicht aus. Klar kann das nicht alles sein. Klar fehlen viel zu oft Leute auf Demos, bei Aktionen, im Alltag. Aber angesichts des völkischen Aufstands der von AfD bis militant rechtsaussen in den letzten Tagen in Chemnitz versucht wurde, ist es einfach nur beeindruckend, wieviele Menschen heute zusammengekommen sind. Ja, wir wissen dass einige nur wegen des Konzertes gekommen sind, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass demnächst ein paar mehr auf der Straße unterwegs sind, wenn erneut Neonazis und Rassisten aufmarschieren.

Dass Leute von selbst plötzlich #wirsindmehr Demos mit tausenden Leuten organisieren bzw. organisiert haben, wie beispielsweise in Zürich oder in Neumünster macht Mut. Dass heute 65.000 Leute in Chemnitz auf der Straße stehen und klar zeigen, dass man nicht einverstanden ist mit Rechtsradikalismus, Rechtsnationalismus, Faschismus und Rassismus, hätte vor einer Woche niemand für möglich gehalten. Wir schon gar nicht.

All den Leuten, die heute beim Konzert
waren möchten wir sagen: erhebt eure Stimme im Alltag, auf Demonstrationen und wenn ihr von außerhalb kommt, dann unterstützt die Menschen in den kleineren Städten und Provinzen, welche sich dort engagieren.

Denn #wirsindmehr

Quelle: Facebook, #wirsindmehr

 

Am vergangen Montag ging nicht nur ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus von Chemnitz aus. Es wurde auch zu Spenden für Daniel H. und für antirassistische / antifaschistische Initiativen aufgerufen. Vor Ort wurden über das brandenburgische "Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" Spenden in Höhe von 22.106,41 Euro gesammelt. 15 Teams aus freiwilligen Spendensammlern haben während der Veranstaltung gesammelt.

Die Spenden werden wie angekündigt zur Hälfte an die Familie von Daniel H. gehen, die andere Hälfte wird zu gleichen Teilen an das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" sowie an die Opferberatung "RAA Sachsen" gehen. Das brandenburgische "Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" wird das Geld an die Empfänger weiterleiten. Das Geld für Daniel H.s Familie wird über eine mildtätige Partnerorganisation an die Familie übergeben. Die Angehörigen wurden darüber bereits benachrichtigt.

www.aktionsbuendnis-brandenburg.de

www.chemnitz-nazifrei.de

www.raa-sachsen.de

 

Quelle: Facebook, #wirsindmehr


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