Deutscher Gewerkschaftsbund

30.10.2014

Noch 11.500 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz

DGB fordert Ausbildungsgarantie

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beklagt, dass es in Niedersachsen zu wenige betriebliche Lehrstellen gibt. 11.458 erfolglosen Bewerberinnen und Bewerber stehen nur 3.169 offene Ausbildungsstellen gegenüber, Stichtag war der 30. September 2014. Dies geht hervor aus der heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Bilanz für das Ausbildungsjahr 2013/2014. Bei den Bewerbern sind zudem nur diejenigen erfasst, die auch nach Beginn des Ausbildungsjahres noch nicht aufgegeben haben und sich weiterhin bei der BA melden.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist gegenüber 2013 erneut gesunken, und zwar um rund 1,5 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Zahl der zum Stichtag freien Ausbildungsplätze deutlich erhöht (+34,7%). DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer stellt hierzu fest: "Auf eine unbesetzte Stelle kommen zur Zeit noch rund vier suchende Bewerber. Viele junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen wollen, bekommen keinen betrieblichen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig gibt es in Niedersachsen mehr unbesetzte Ausbildungsplätze. Die Arbeitgeber sollten auch Jugendlichen mit schlechteren Ausgangsbedingungen eine Chance geben.“ Er weist zudem darauf hin, dass die offiziellen Zahlen nur einen Teil der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz wiederspiegeln. Viele Jugendliche, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen haben, sind in Maßnahmen des so genannten Übergangssystems eingemündet. In Niedersachsen befinden sich rund 40.000 Jugendliche in den Maßnahmen des Übergangsbereichs. „Das sind oftmals nur Warteschleifen, die nicht zum gewünschten Abschluss führen“, kritisierte Niggemeyer.

DGB-Bezirksvorsitzende Hartmut Tölle kritisiert, dass drei Viertel der Betriebe in Niedersachsen nicht ausbilden. Diejenigen Betriebe, die sich um die Ausbildung junger Menschen drücken, müssten an der Kosten der Ausbildung beteiligt werden: „Es ist in unser aller Interesse, auch in Zukunft über gut ausgebildete Fachkräfte zu verfügen. Ausbildung ist ein zentraler Faktor für den Standort Deutschland.“

Hartmut Tölle begrüßte, dass die rot-grüne Landesregierung, den Übergang von der Schule in den Beruf deutlich verbessern will. Dazu gehören aus Sicht des DGB drei Punkte:

·   Ab der achten Klasse soll an allen allgemeinbildenden Schulen eine umfassende, systematisch gestaltete           Berufsorientierung Hilfestellung bei der Berufswahl geben.

·   Durch Jugendberufsagenturen muss gewährleistet sein, dass die zuständigen öffentlichen Stellen besser bei der Betreuung und Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung zusammenarbeiten.

·   Junge Menschen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten haben, müssen außerbetriebliche Ausbildungsstellen bekommen. „Warteschleifen, die nicht zu einem qualifizierten Berufsabschluss führen, müssen abgeschafft werden. Die Jugend in Niedersachsen braucht eine Ausbildungsgarantie“, betont Hartmut Tölle.


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