Deutscher Gewerkschaftsbund

28.03.2018
„Wählen gehen! Betriebsräte kämpfen für Gute Arbeit“

#Betriebsratswahlen 2018

Betriebsratswahlen

DGB

Am 1. März haben die Betriebsratswahlen in Deutschland begonnen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind während der kommenden drei Monate aufgerufen, ihre demokratische Vertretung im Betrieb zu wählen. In Niedersachsen gibt es geschätzt rund 18.000 Betriebsräte in 2.800 Betrieben. Etwa 40 Prozent der niedersächsischen Beschäftigten haben laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen Betriebsrat.

Mehrdad Payandeh, DGB-Vorsitzender des Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, ruft die Beschäftigten auf, sich aktiv an den Betriebsratswahlen zu beteiligen und ihre betrieblichen Interessensvertretungen zu wählen: „Demokratie darf hinter dem Werktor nicht aufhören. Demokratie ist kein Service, sie lebt vom Engagement der einzelnen. Deshalb machen Sie von Ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch - wählen Sie einen Betriebsrat oder kandidieren Sie selbst, am besten auf der Liste einer DGB-Mitgliedsgewerkschaft!“

Der DGB-Vertreter kritisiert diejenigen Arbeitgeber, die die Arbeit von Betriebsräten zu behindern versuchen und dafür sogar die Hilfe spezialisierter Anwaltskanzleien und Detekteien benutzen: " Das ist ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. Wer die Arbeit eines Betriebsrats oder seine Wahl behindert, handelt kriminell und gehört angezeigt und verurteilt." Der DGB setzt sich daher für die Ausweitung des besonderen Kündigungsschutzes für die Initiatoren von Betriebsratswahlen und den Einsatz von sogenannten Schwerpunktstaatsanwaltschaften ein. Diese können nicht nur auf Antrag der Interessenvertretung oder der zuständigen Gewerkschaft tätig werden, sondern von Amts wegen.

Video: Die IG Metall erklärt den Betriebsrat

https://www.youtube.com/watch?v=aPiJ-byyQyU&feature=youtu.be

Hintergrund:

Betriebsräte können in Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern gegründet werden. Wahlberechtigt sind nicht nur die Vollzeitbeschäftigten, sondern auch volljährige Auszubildende, Praktikanten sowie befristet oder teilzeitig Beschäftigte und Aushilfen. Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern, bei Problemen hilft die zuständige Gewerkschaft.

Betriebsräte haben ihr Ohr nah an der Belegschaft: Sie kennen die Probleme der Beschäftigten und tragen deren Kritik und Forderungen zur Geschäftsführung. Sie helfen bei individuellen Problemen und sorgen für gerechte und faire Bezahlung. Das bringt den Beschäftigten Vorteile: Betriebe mit Betriebsrat zahlen im Schnitt höheres Entgelt und bieten sicherere Arbeitsplätze. Beschäftigte bringen Leben und Arbeiten besser unter einen Hut und können flexible Arbeitszeitmodelle nutzen.

Aber auch die Arbeitgeber profitieren. Studien haben ergeben, dass Betriebsräte positive Effekte für den Erfolg von Unternehmen haben. Betriebsräte tragen zu mehr Produktivität bei und fördern Weiterbildung und duale Ausbildung. Mitbestimmte Betriebe warten mit mehr ökologischen Investitionen und schrittweisen Innovationen auf. Die Personalfluktuation nimmt ab, es gibt weniger Mangel an Fachkräften.

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